GICHTDIAGNOSTIK

DUAL-ENERGY-COMPUTERTOMOGRAFIE:
INNOVATION IN DER GICHTDIAGNOSTIK

Die Gicht (Arthritis urica) ist eine häufige Gelenkserkrankung, die mit Gelenksbeschwerden einhergeht, wobei es zu Ablagerungen von Harnsäure im Weichteilgewebe kommt.
Bei einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut bilden sich Kristalle, die sich bevorzugt in Gelenken ansammeln und sogenannte „Gichttophi“ (Knoten) bilden.
Dort verursachen diese Tophi eine Entzündung mit Schmerzen und Funktionseinschränkung des betroffenen Gelenks. Der akute Gichtanfall zeigt sich als plötzlich anfallsartig einsetzender Schmerz. Betroffen ist häufig das Großzehengrundgelenk (Podagra), aber es können auch die Gelenke der Finger, der Handwurzel, das Knie- oder das Ellbogengelenk betroffen sein. Bei länger
andauernder Entzündung wird auch der Knochen angegriffen und es entstehen dann Knochendefekte (Usuren).
Risikofaktoren für die Gicht sind fleischreiche Ernährung, Alkohol, Diabetes, hoher Blutdruck, Herz- und Nierenerkrankungen und Übergewicht. Weitere Auslöser sind Stress, feuchtes Wetter bzw. auch einige Medikamente. Manchmal reicht es bereits auf Fleisch und Alkohol zu verzichten um eine Verbesserung der Symptome zu erzielen. Auch mit Medikamenten (Allopurinol) kann der Harnsäurespiegel gesenkt werden.
Zur Diagnose werden die Blutwerte (Harnsäure) bestimmt, ein Röntgen des betroffenen Gelenks angefertigt oder auch das betroffene Gelenk punktiert und die Gelenksflüssigkeit, bzw. die Kristalle in der Gelenksflüssigkeit, analysiert.
Ein neues, modernes Verfahren ist die „Dual-Energy-Computertomografie“, welche an unserem Institut bereits seit mehreren Jahren angeboten wird. Dabei werden Aufnahmen des betroffenen Gelenks mit zwei Röntgenröhren mit unterschiedlichen Energien der Röntgenstrahlung angefertigt. Durch die unterschiedlichen Schwächungswerte der Röntgenstrahlen wird eine Unterscheidung der Kristalle möglich.
Damit können jetzt Gichtkristalle nicht invasiv, d.h. ohne schmerzhafte Gelenkspunktion nachgewiesen werden. Das Ausmaß der Kristalle kann dreidimensional dargestellt werden, wobei Gichtkristalle grün und Verkalkungen violett markiert werden.
Diese Kristallablagerungen sind in der Computertomografie (CT) bereits viel früher und genauer als im konventionellen Röntgen nachweisbar und manchmal werden auch Ablagerungen dargestellt, die oft noch keine klinischen Beschwerden zeigen.